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Anspiel "Du mußt ein Schwein sein!"

Von und mit Ina, Karina und Bianca

Erzähler: Es war einmal ein Mädchen, die lebte mit ihrer bösen Stiefmutter und zwei Schwestern in einer Zweizimmerwohnung, in fünften Stockwerk eines Miethauses in Itzehoe. Dieses Mädchen hieß Aschenputtel. Die Mutter und die zwei Schwestern behandelten Aschenputtel schlecht. Sie mußte alle Arbeiten verrichten. Schauen wir uns das mal an. Erstes Bühnenbild Wohnzimmer:

Griselda und Annastasia sitzen an einem Tisch im Altarraum. Sie schauen sich Modezeitschriften an und suchen sich aus, was sie am liebsten haben möchten. Aschenputtel saugt und entfernt hier und dort ein paar Flecken auf den Tisch.

Annastasia und Griselda: Das will ich haben! (Annastasia hat einen kleinen Spiegel in der Hand und bewundert nebenbei ihre Schönheit, streicht sich ab und zu durch die Haare usw.)

Griselda: (zeigt auf den Tisch) Aschenputtel hier ist noch ein Fleck!

Stiefmutter kommt ins Wohnzimmer und regt sich auf: Ist denn das die Möglichkeit! Es ist kein Pfennig mehr in der Haushaltskasse. Aschenputtel hast du wieder alles ausgegeben, du verschwenderisches Ding. Sieh zu das du Geld heranschaffst.

Annastasia: Das mit dem Geld verdienen wird doch nie etwas!

Griselda: Wer soll denn hier aufräumen, wenn Aschenputtel arbeiten geht?

Stiefmutter: Was ist euch lieber? Geld oder das hier alles in Ordnung kommt?

Annastasia und Griselda(gleichzeitig): Geld

Stiefmutter: Außerdem kann sie nach Feierabend hier aufräumen!

Erzähler: Zwei Wochen später ging Aschenputtel zu ihren ersten Bewerbungsgespräch in die Sparkasse. Sie traf dort den Leiter der Personalabteilung Herrn Prinz. Bühnenbild: Arbeitszimmer von Herrn Prinz Herr Prinz sitzt an einem Tisch und telefoniert. Sein Namensschild ist für die Zuschauer erkennbar.

Herr Prinz telefoniert und schreit in den Hörer: Ja dann schmeißen sie ihn raus. Unfähige Leute können wir hier nicht gebrauchen, auch als Aktenboten nicht.

Aschenputtel klopft und kommt aus der Sakristei. Sie geht zwei Schritte und bleibt stehen.

Herr Prinz beendet sein Telefongespräch: Nun kommen sie doch näher und setzen sie sich, denn Zeit ist Geld. Sie sind also Fräulein Aschenputtel.

Aschenputtel schüchtern: Ja, schönen guten Tag Herr Prinz!

Herr Prinz Ich habe mir ihre Bewerbung angesehen, eine Frage: Wo sind ihre Zeugnisse und Referenzen?

Aschenputtel: Refer.-.was?

Herr Prinz Na gut, machen wir an einer anderen Stelle weiter. Warum haben sie sich hier beworben?

Aschenputtel: Um Geld zu verdienen. Meine Schwestern brauchen neues Make-up und meine Mutter möchte einen neueren Fernseher.

Herr Prinz Aha, was können sie denn am Besten?

Aschenputtel: Putzen, nähen, kochen, bügeln, saugen...

Herr Prinz Das meine ich gar nicht. Haben sie schon etwas von Buchhaltung gehört.

Aschenputtel: holt ein Schreibheft aus der Tasche: Ja natürlich, ich führe auch ein Haushaltsbuch. Hier. Aschenputtel gibt Herrn Prinz das Haushaltsbuch rüber, was dieser nicht annehmen möchte.

Herr Prinz Danke Nein so was "Ehrliches" wie sie ist mir noch nie begegnet. Bild einfrieren.

Erzähler: An dieser Stelle unterbrechen wir das Gespräch. So ähnlich ging es noch eine Zeitlang weiter. Den Ausgang verraten wir nicht.


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22.02.2000 Holger Böttcher