

Jedes Jahr im Dezember ist es wieder soweit. Wir bekommen Geschenke. Den ganzen Monat sind wir gespannt was wir wohl bekommen werden. Weihnachten ist das Fest der Geschenke. So wie im Anspiel geht es eigentlich den meisten von Uns. Wir halten es vor Spannung kaum noch aus. Der eine oder andere schleicht durch das Haus, und versucht die geheimen Ablageorte der Weihnachtsgeschenke zu finden. Hoffentlich bekomme ich, was ich mir schon die ganze Zeit wünsche. Ja sogar den Spruch: "Wenn es diesmal kein Diamantring ist, braucht er sich bei mir erst gar nicht mehr sehen zu lassen" habe ich selbst schon aufgeschnappt.
Was gibt es nicht alles für tolle Geschenke: Bücher, Geld, Handys, Autos, Motorräder, Schmuck und vieles mehr beweisen uns die Liebe der Eltern, der Freundin, des Freundes.....
Und dieses beschenkt werden hat ja auch eine lange Tradition. Selbst im neuen Testament finden sich, wie wir ja gerade in der Lesung gehört haben, an allen Ecken und Enden Geschenke.
Klar, daß wir den Geburtstag von Jesus mit Geschenken feiern. Wenn Jesus Geschenke kriegt, dann ist das eine tolle Tradition und ein Fest, das sich wirklich lohnt (auch in finanzieller Hinsicht).
Kriegen, kriegen, kriegen kriegen, fällt Euch zu Weihnachten wirklich nichts anderes mehr ein? Habt Ihr Euch von der tollen Kriegen Theorie beduseln lassen. Klang das alles vielleicht fast schon zu schön um wahr zu sein?
Wißt Ihr eigentlich noch, was wirklich in der Lesung stand? Die Lesung, die Bianca gerade vor wenigen Minuten vorgelesen hat? Spricht die Bibel, spricht Jesus in seinen Gleichnissen wirklich vom Kriegen? Ich lese Euch die Passagen noch einmal vor:
In keiner dieser Geschichten ist die Rede vom Kriegen. Es gibt gar kein "Kriegen Fest". In allen drei Geschichten wird vom Geben erzählt. Auch Weihnachten ist in Wirklichkeit ein Fest vom Geben, vom verschenken und nicht vom Beschenkt werden. Leider vergessen wir manchmal diese wichtige Perspektive.
Nicht der Satz: "Wenn es diesmal kein Diamantring ist, braucht er sich bei mir erst gar nicht mehr sehen zu lassen" ist der Kern von Weihnachten. Man kann Liebe ohnehin nicht kaufen. Kein Geld der Welt kauft Zuneigung und Liebe. Kein Riesengeschenk beweist wirkliche Liebe.
Ich möchte hier nicht die großen Geschenke miesmachen, aber ganz sicher sind die kleinen Geschenke, die von Herzen kommen ein mindestens ebenbürtiger Liebesbeweis. In Wirklichkeit ist nämlich die über das ganze Jahr aufgesparte neue Jeans für die jüngste Tochter der mittellosen Familie mehr wert, als der kurz vor Weihnachten auf dem Heimweg besorgte Mercedes Benz Kabrio für den Junior kurz vor dem Abitur.
Das schlimmste was mir Weihnachten passieren kann, und ich glaube es geht vielen von Euch ganz genauso, ist nicht, daß ich das falsche Geschenk bekomme. Das Schlimmste was passieren kann ist, daß ich kein schönes Geschenk für die Leute finde, die ich gerne habe. Weihnachten ist das Fest vom Verschenken, vom Geben, von der Liebe. Weihnachten hat uns Gott seinen eingeborenen Sohn geschenkt. Weihnachten, das Gebenfest!
Ihr wißt alle, daß wir immer wieder versuchen in der Jesusnight eine Kollekte für ein Projekt zu sammeln, das uns etwas besonderes bedeutet. Die Penner auf den Straßen, Hungernde in unserer Gesellschaft, Mißbrauchte. Manchmal ist es nicht einfach ein gutes Projekt zu finden. Und gerade in der Jesusnight vor Weihnachten kann es besonders schwierig werden.
Diesmal war es für mich ganz einfach. Ich wußte schon vor langer Zeit, daß ich Euch heute vom Gebenfest erzählen wollt. Und wenige Tage vor der Jesusnight erreicht mich der folgende Brief:
Für mich ist klar, für wen ich die Kollekte dieser Jesusnight verwenden möchte. Für die Straßenkinder von "El Salam".
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